Meerwasserschwimmbecken auf Teneriffa
Die Meerwasserschwimmbecken Teneriffas liegen fast alle an der Nordküste, und das hat einen Grund. Dort fällt das Land steil zum Meer ab, und die Brandung des Atlantiks macht das Baden an vielen Stellen unmöglich. Die „Piscinas Naturales“, wie sie auf Spanisch heißen, sind bei Vulkanausbrüchen entstanden. Glühende Lava traf aufs Meer, kühlte ab und riss auf. Andere Becken sind von Menschenhand angelegt und füllen sich genauso mit Atlantikwasser.
Die Wirkung ist in beiden Fällen dieselbe: Eine Mauer oder ein Lavariff nimmt die Wellen, dahinter steht ruhiges Salzwasser. Wenn du im Norden Urlaub machst und trotzdem schwimmen willst, sind die Becken die verlässlichere Wahl. Vier von ihnen zeige ich dir hier genauer: Bajamar, Mesa del Mar, El Pris und Garachico. Auf dem Bild oben siehst du die große Anlage von Bajamar, und am Beckenrand weht die Blaue Flagge.
Ich war bislang in keinem der Becken. Allen gemein ist: Es kann sein, dass gar kein Wasser im Becken ist. Das passiert, wenn die Wellen – je nach Becken – nicht genug Wasser über die trennenden Bereiche bringen können. Das sieht man gut auf den Bildern von Mesa del Mar. Das ist also kein Fehler im Angebot, sondern Natur. Gerade im Norden sind diese Becken häufig anzutreffen. Teils werden sie kommerzialisiert. Häufig sind sie aber kostenlos für alle zugänglich.Meerwasserschwimmbecken
- überwiegend an der Nordküste
- ruhiges Wasser trotz Brandung
- meist ohne Eintritt
Ruhiges Wasser an rauer Küste
Vier Becken mit eigenem Charakter
In Bajamar am Fuß des Anaga-Gebirges liegt die größte Anlage: zwei tiefe Hauptbecken, ein flaches Kinderbecken, ein Leuchtturm dahinter. Rettungsschwimmer sind vor Ort, und der Eintritt kostet nichts. Das Becken von Mesa del Mar ist dagegen zwischen natürliche Felsen gefasst und füllt sich mit den Gezeiten. Ein zweites, angelegtes Becken läuft nur in den Sommermonaten. Auf meinem Bild von 2017 steht darin kaum Wasser – wer dort schwimmen will, sollte den Wasserstand vorher ansehen.
El Pris im Nachbarort ist das schlichteste der vier: ein breites, flaches Becken zwischen Lavariff und Promenade, dazu ein dunkler Kieselstrand. Von Mesa del Mar aus kannst du an der Küste hinüberlaufen. Die Becken von Garachico im Nordwesten sind der Sonderfall. Entstanden sind sie 1706, als ein Lavastrom der Montaña Negra den Ort überrollte. Treppen, Leitern und Wege sind später hineingebaut worden – Rettungsschwimmer gibt es hier nicht.
Drei Becken mit der Blauen Flagge
Die Blaue Flagge tragen 2026 drei Meerwasserbecken Teneriffas, und alle drei liegen in der Gemeinde San Cristóbal de La Laguna. Es sind die Piscinas Naturales de Bajamar, die Piscina Natural del Arenisco in Punta del Hidalgo und die Piscina Natural de Jóver. Von den elf Auszeichnungen der Insel gehen damit drei an Becken und nicht an Strände.
Zu Arenisco und Jóver habe ich keine Bilder, deshalb stehen sie hier nur als Hinweis. Sobald sich das ändert, bekommen beide ihren Platz auf dieser Seite. Dasselbe gilt für den Lago Martiánez in Puerto de la Cruz, das bekannteste Meerwasserbad der Insel. César Manrique hat es gestaltet – eher eine Badelandschaft als ein Naturbecken, gefüllt mit demselben Atlantikwasser.



